
Der Cleantech-Markt wird in der global wichtigsten Wirtschaftsnation USA bis 2010 etwa USD 360 Mrd. (CHF 380 Mrd.) betragen. Die US-Regierung stellt im Rahmen ihrer Konjunktur-Fördermassnahmen USD 11 Mrd. für den Cleantech-Bereich bereit. Für Präsident Obama sind Umwelttechnologien und erneuerbare Energien in naher Zukunft in der US-Wirtschaft immer wichtiger. Momentan sind rund 30'000 Unternehmen im Cleantech-Bereich tätig.

Die Entwicklung Chinas hin zu einem umweltbewussteren und nachhaltigeren Wachstum wird im neu erlassenen zwölften Fünfjahresplan weiter stark gefördert und gefordert. Das ungebremste wirtschaftliche Wachstum, eine noch nie da gewesene Urbanisierungswelle und ein durch moderneres Konsumverhalten erhöhter Ressourcenverbrauch machen solche Massnahmen im Reich der Mitte unabdingbar. Die zwingenden Massnahmen im Cleantech-Bereich wurden daher im neuen Fünfjahresplan mehr als verdoppelt, und so scheint das Ziel, die CO2-Emissions-Intensität (CO2-Ausstoss pro BIP-Einheit) bis 2020 um 45% zum Basiswert von 2005 zu reduzieren und sogleich den Verbrauch nichtfossiler Energieträger bis 2020 auf 15% des Primärenergie-Verbrauchs zu erhöhen, nicht mehr unrealistisch. Grosse Priorität geniesst heuer insbesondere die Thematik Wasser, zumal Wasserknappheit neben Energiesicherheit und Verschmutzung zu den gegenwärtig dringlichsten Herausforderungen Chinas Umwelt gehört. Die Regierung investiert entsprechend für die Zeit von 2010 bis 2020 einen Betrag von RMB 4 Billionen (CHF 555 Mrd.) in Wasser-Infrastruktur-Projekte und möchte so den Wasserkonsum pro industriell neu erwirtschaftetem Dollar bis 2015 um 30% reduzieren. Daneben wurden gleichwohl ambitiöse Ziele in den Bereichen erneuerbare Energien, Energiekonsum-Reduktion und energieeffizientes Bauen beschlossen. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass China den weltgrössten Cleantech-Markt bietet und auch Schweizer Firmen vermehrt Absatzchancen identifizieren.

Für Indien sprechen Experten bis zum Jahr 2010 von einem Cleantech-Marktvolumen von USD 8 Mrd. Bis heute gab es im Cleantech-Bereich ein Wachstum von rund 15%; in Zukunft geht man von 20% aus. Indien beklagt sehr hohe Infrastrukturdefizite, dies vor allem im Energiesektor, welche die indische Regierung beheben will. Indien verfügt über ein solides Wirtschaftswachstum und ist für Schweizer Cleantech-Unternehmen vor allem darum interessant, weil hier 25% aller Emissionsreduktionsprojekte weltweit durchgeführt werden.

Die EU-Staaten bergen für Schweizer Unternehmen viel Potential: Die europäischen Konjunkturprogramme stellen rund EUR 10 Mrd. (CHF 15 Mrd.) für den Cleantech-Bereich zur Verfügung. Länder wie Grossbritannien werden durch die EU Gesetzgebung gezwungen, massiv im Cleantech-Sektor zu investieren, andere wie die Türkei wollen dadurch EU-kompatibel werden. Auch in Osteuropa, wo Polen als grösster Markt im Vordergrund steht, besteht ein grosser Nachholbedarf. Attraktiv sind die EU-Staaten für Schweizer Unternehmen nicht zuletzt wegen der geographischen Nähe. Weil die Schweiz die EU-Normen bereits übernommen hat, ist der Markteintritt einfacher als in anderen Zielländern.
